Über 100 Jahre St. Martins Verein Hilden-Süd

Es war Jakob Pesch aus Kempen am Niederrhein, der die Idee des rheinischen Volksfestes aus seiner Heimatstadt - wo er früher als St. Martin geritten war - nach Hilden brachte. Er verstand es mit seiner Beredsamkeit und seinem Organisationstalent, zahlreiche Freunde für diesen Volksbrauch zu begeistern.
So traf man sich am 23. November 1907 in der Gaststätte "Karnaper Hof" (Hermann Kreitzberg) zur Gründung des St. Martins-Verein Hilden-Süd.
Gründungsmitglieder
Die Gründer des Vereines waren von links nach rechts:
Julius Schmidt, Josef Pützkuhl, Hermann Kreitzberg und Jakob Pesch.
Nicht auf dem Foto: Friedrich Bracht, Philipp Merker und Hauptlehrer Schneider
Ein Ausschuss wurde mit der Ausarbeitung der Satzung beauftragt und am 15. Dezember 1907
im Restaurant "Tillmann" Richrather Straße die endgültige Gründungsversammlung abgehalten.

Der 1. Vorstand wurde gewählt:
1. Vorsitzender Friedrich Bracht
2. Vorsitzender Jakob Pesch
1. Kassenführer Hermann Kreitzberg
2. Kassenführer Michael Tillmann
1. Schriftführer Julius Schmidt
2. Schriftführer August Schultes
In den Erweiterten Vorstand (Sammler) wurden gewählt: Ferdinand Klatt, Friedrich Leverts, Wilhelm Göbel, Peter Bonse, Robert Neuhaus, Josef Pützkuhl, Josef Spielmann, Wilhelm Klink
Der erste Martinszug am 15. November 1908 war ein voller Erfolg, und so blieb es auch bis zum Weltkrieg 1914-1918. Damals wurden durchschnittlich 800 bis 900 Kinder beschert.

Der Krieg setzte auch dem Verein zu, die letzte Versammlung fand am 14. Februar 1915 statt.
Erst 1920 nahm der Verein unter dem 1. Vorsitzenden Friedrich Schrick die Arbeit in bewährter Weise wieder auf - jedoch nur kurz - denn durch die Inflation kam die Arbeit 1921 erneut bis Ende 1923 zum Erliegen.
1924 ging es weiter mit einem neuen Vorstand: Frank Purket kam an die Spitze des Vereines und blieb dort 40 Jahre. Er verstand es immer wieder, seine Mannschaft zu motivieren und selbst die oft großen Schwierigkeiten zu meistern.
Jahrelang ritt er auch als St. Martin dem Zug voran. Als er 1964 den Vorsitz abgab, wählte man ihn zum Ehrenvorsitzenden.
Im Jahre 1932 feierte der Verein sein Silberjubiläum.
Pressebericht 7.9.1957
Aus diesem Anlass ritt der damals 78jährige Jakob Pesch - Gründer des Vereins - dem Festzug als St. Martin voraus. Sein Sohn Heinrich Pesch setzte die Tradition des Vaters über lange Jahre im Verein fort. Der 2. Weltkrieg beendete wieder einmal die Tätigkeit des Vereins. 1940 begannen die bewährten Mannen unter Franz Purket wieder mit den Vorbereitungen für das traditionelle Martinsfest: 1050 Tüten wurden in diesem Jahr gepackt und zwischen Kölner Straße und dem Festlokal "Tillmann" am Ende des Martinszugs ein Feuerwerk
abgebrannt, welches für die damalige Zeit erst- und einmalig für Hilden war. Der Abend klang mit einer Verlosung und mit Tanz aus. Dieses gemütliche Beisammensein - nach dem Zug - hat sich bis zum heutigen Tag gehalten. (Allerdings ohne Tanz und Verlosung)
Es war über lange Jahre Tradition, dass sich die Schulen geschlossen an den Zügen beteiligten - natürlich mit selbstgebastelten Laternen - und die schönsten Fackeln wurden prämiert, da war der Wettstreit untereinander natürlich groß. 1964 übernahm Caspar Habrichs den Vorsitz, auch ihn sah man oft als St. Martin hoch zu Ross. Nach seinem Rücktritt 1972 übernahm Michael Esser diesen Posten. Er gab 1977 das Amt ab, blieb aber dem Verein noch viele Jahre verbunden. Caspar Habrichs und Michael Esser wurden beide Ehrenvorsitzende.
1978 wählten die Mitglieder Gerd Nett zum ersten Vorsitzenden, er stand bis 1996 ununterbrochen an der Spitze des Vereines und hat sich voll und ganz für den Verein eingesetzt. Als Gerd Nett am 20. Januar 1996 sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegte, übernahm Udo Höpfner den Vorsitz. 1997 feierte der Verein sein 90 jähriges Bestehen im damaligen Vereinslokal "Hotel Wiedenhof".
Im Jahre 2002 wurde der Vorstand wie folgt gewählt:
1. Vorsitzender Udo Höpfner
2. Vorsitzende Anneliese Rauscher († 2003)

1. Schriftführerin Waltraud Schneider
2. Schriftführerin Barbara Höpfner
1. Kassierer Dieter Engels
2. Kassierer August Salomon

Pressesprecherin Birgit Hoebel
Im Dezember 2003 ist unser Mitglied Anneliese Rauscher verstorben. Sie war dem Verein über viele Jahre eng verbunden und hat mit Ihrer Arbeit vieles erst ermöglicht. Mit ihrem Rat und persönlichem Einsatz - zuletzt als stellvertretende Vorsitzende - war sie stets dabei, das Brauchtum "St. Martin" aufrecht zu halten.
Das Amt des 2. Vorsitzenden wird bis zur nächsten Vorstandswahl kommissarisch von August Salomon übernommen.
Die Neuwahlen des Vorstandes im Januar 2007 führte zu folgendem Ergebnis:
1. Vorsitzender Udo Höpfner
2. Vorsitzender Winfried Hoppe
1. Schriftführerin Barbara Höpfner
2. Schriftführerin Gaby Hoppe
1. Kassierer Dieter Engels
2. Kassiererin Christiane Ingendorn-Dolhaine

Pressesprecherin Birgit Hoebel

Eines sollte an dieser Stelle besonders erwähnt werden: Unter allen Vorsitzenden haben die vielen Mitglieder über die Jahre hinweg immer ihr Bestes gegeben, auch wenn sie namentlich nicht genannt wurden. In den zurückliegenden 100 Jahren war es immer das Anliegen der Vereinsmitglieder, ausschließlich zum Wohl der Kinder zu arbeiten, was aber ganz gewiss nicht gelungen wäre ohne die immer wieder großzügige, finanzielle Unterstützung der vielen Freunde des Vereines, wofür an dieser Stelle ganz besonders gedankt sei. Es gab Zeiten, in denen die Schwierigkeiten unüberwindbar schienen, die Arbeit den Mitgliedern oft über den Kopf wuchs, aber es gelang trotzdem immer wieder in all den Jahren, den Kindern das Martinsfest auszurichten und die strahlenden Kinderaugen am Ende des Zuges beim Empfang der Tüten war und ist die schönste Belohnung.

2007 
Die Vorbereitungen für das 100-jährige Vereinsjubiläum begannen und
somit auch die Organisation für das Puppensspiel „St. Martinus oder ich gehe mit meiner Laterne“, der Puppenbühne Bauchkribbeln, aus Düsseldorf.  Frau Burkandt (Leiterin der Puppenbühne) wurde beauftragt für den Verein ein Puppenspiel zu schreiben und auch die Figuren des Puppenspiels wurden von Hand gefertigt. Am 20.Oktober 2007 war Prämiere im Bürgerhaus Hilden.
In den folgenden Wochen wurde das Puppenspiel insgesamt 23mal aufgeführt.
Die Kindergärten und Grundschulen im Hildener Süden bekamen die Vorstellung vom Verein geschenkt.
Der Filmclub Hilden e.V. wurde beauftragt über 100 Jahre St. Martins-Verein Hilden-Süd eine Dokumentation aufzunehmen. Ferner filmte er auch das Puppenspiel. So war der Filmclub mit mehr als 100 Arbeitsstunden mit seinem Team bei der Arbeit.
Die Ausstellung der alten Vereinsprotokolle, Bildern der Gründungsmitglieder und einer Schaufensterpuppe mit Mantel, Helm und Schwert, dekoriert mit vielen Laternen bei Blumen Trimborn, Dagobertstraße, kam sehr gut an.
Ein neuer Zugweg wurde zum 100 jährigen Jubiläum gewählt (Astrid-Lindgren-Schule, Zur Verlach) bis Sportplatz Schützenstraße. Erstmals mit drei Pferden, so dass St. Martin von zwei berittenen Römern begleitet wurde.

2010
Die Vereinsmitglieder sind in großer Sorge, der letzte Sportplatz in Hilden soll nun auch mit Kunstrasen versehen werden, so wäre kein Platz mehr für ein Martinsfeuer vorhanden.

2011
Am 29.November 2011 wurden die alten Protokollbücher des St. Martins Vereins Hilden-Süd, Herrn Dr. Wolfgang Antweiler vom Stadtarchiv Hilden übergeben.

2012
Auch wenn wir noch nicht wissen wohin die Reise (der diesjährige Martinszug) geht, so stehen bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung im Januar, Neuwahlen an.
Für die nächsten fünf Jahre wurden gewählt:
1. Vorsitzender Udo Höpfner
2. Vorsitzender Winfried Hoppe
1. Schriftführerin Bärbel Höpfner
2. Schriftführerin Gaby Hoppe
1. Kassierer Dieter Engels
2. Kassiererin Christiane Ingendorn-Dolhaine
Die Kassenprüfer sind für 2 Jahre: Christa Leeting und Jeanette Tölle
Pressesprecherin Birgit Hoebel